Passionszeit = Fastenzeit

Seit Aschermittwoch findet traditionell im Christentum die Zeit des Verzichts statt. 40 Tage lang, bis Ostern, wird gefastet heutzutage passiert das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Einige üben den Verzicht aus christlichem Glauben heraus aus, andere wollen gesünder leben. Was und wie gefastet wird, ist ganz unterschiedlich. Auch der Zeitraum, beziehungsweise das genaue Datum des Beginns, variiert jedes Jahr. Als Fasten wird der freiwillige Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel bezeichnet oder der gänzliche Verzicht auf feste Nahrung. Die Fastenzeit ist immer auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Im Christentum wurde die Fastenzeit bereits im 2. Jahrhundert praktiziert. Zunächst dauerte sie nur zwei Tage an - nämlich über Karfreitag und Karsamstag. Im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit dann auf die gesamte Karwoche ausgeweitet. Ab dem 5. Jahrhundert setzte sich Medienberichten zufolge dann die 40-tägige Fastenzeit durch. Im Gegensatz zum Islam sind die Fastenregeln im Christentum mittlerweile sehr individuell. Früher war die Fastenzeit sehr streng, mit vielen Regeln und Strafen. Heute verzichten viele einfach auf bestimmte Lebensmittel oder Genussmittel wie auf Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder Zigaretten. Oder aufs Handy - das sogenannte Smartphone-Fasten: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das Smartphone ist - um auch unter erschwerten Bedingungen Kontakt zu den Liebsten zu halten. Trotzdem nehmen Messenger-Dienste, Soziale Netzwerke und Spiele auf dem Handy viel Zeit in Anspruch. Ein möglicher Fastenvorsatz wäre, sich ein Zeitlimit für den Handykonsum zu setzen. Dafür kann man im Vorfeld die eigene Nutzung des Smartphones über einen bestimmten Zeitraum beobachten. Verschiedene Apps messen im Hintergrund beispielsweise die tägliche Bildschirmzeit oder auch die Display-Berührungen. Weniger Zeit am Handy kann bedeuten: mehr Zeit für die „echte Welt“.
Sehr beliebt ist die Aktion „7 Wochen ohne“. 1983 beschloss in Hamburg eine Gruppe von Journalisten und Theologen, sieben Wochen lang – von Aschermittwoch bis Ostern – zu fasten. Auf einen Aufruf in einer Kirchenzeitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche meldeten sich 70 Teilnehmer. Ein Jahr später nahmen 300 Menschen teil. Die Idee breitete sich rasch aus, so dass die Koordination 1992 von der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche an das bundesweit tätige Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main übertragen wurde. 1989 beteiligten sich bereits rund 500.000 Menschen an der kirchlichen Fastenaktion. Mittlerweile nehmen laut einer Emnid-Umfrage jährlich mehr als 3 Millionen Menschen in Deutschland an der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ teil, wobei die Gesamtzahl der Bundesbürger, die während der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten wollen, gemäß einer Forsa-Umfrage von 2007 für das Magazin „Stern“ bei rund 11,5 Millionen Menschen liegt. (Quelle: Wikipedia) Material kann man aus dem Internet herunterladen oder in der Buchhandlung bestellen.